Look at this!
14 Okt
Milow 13.10.2009 E-Werk Köln
Aussicht vom Balkon überragend, eigentlich stehe ich in der letzten Reihe, macht aber nix, die Menschen unter mir tummeln sich im Gedränge und stehen entweder vorne oder auch ganz hinten und sehen gewiss weniger als ich! Die Vorband ist nett, auf jeden Fall können die Buben von Martin & James was. Sie sind smart, kommen aus Schottland und sprechen ein total geiles Englisch! Punkt für sie! Die Musik, meist langsam, live (!), acoustic mit Gitarre. Punkt für sie. 2-0!
Was sie da so machen ist gut, richtig gut, aber ich will Milow!! Und da kommt er, Punkt 21.00. Nach dem ersten Song erzählt er, dass er gerade in der Mario Barth Show war und dass er Kölsch liebt. Spätestens bei “One of it” gehn alle mit! Zwischen drin hat er immer wieder etwas zu sagen vor “Stephanie” zum Beispiel, er erzählt dass er diesen Song geschrieben hat, weil diese Geschichte wirklich passiert ist und Stephanie keinen Chance hatte und gestorben ist. Ein weiteres schönes Beispiel dafür, dass sich dieser Künstler gerade offenbart: den nächsten Song habe ich geschrieben, weil ich jemanden im Krankenhaus besuchen sollte, durch die ganzen Pressetermine hatte ich sehr wenig Zeit, als ich mir diese nehmen wollte, habe ich erfahren, dass die Person bereits verstorben ist.
Zwischen drin baut er geschickt ruhige Parts ein, manchmal nur er, der Junge mit seiner Gitarre und dieser hervorragenden Stimme. Er fragt warum wir so leise sind, alle jubeln, dann schiebt er lässig hinterher: “I hope it’s a good sign!” Und es ist ein gutes Zeichen, ich schaue mich um und alle sind platt. Was dieser Mensch gerade macht geht nicht in meinen Kopf – aber es ist verdammt schön! Den kleinen Versprecher im zweiten Song kommentiert er mit einem Lachen und einem kurzen “Scheiße” – da steht es für mich endgültig fest, das wird ein ganz besonderer Abend.
Bei “You don’t know” hat er wieder alle Stimmen hinter sich! *You don’t know anything about meeeeeee* Und ich denke mir: Babe, it’s so true!!!! Aber das was du hier machst, gibt so viel von dir preis! Ich frage mich ob das Show ist, oder ob er wirklich sein Leben in diesen gefühlvollen Songs verarbeitet. Egal, teilweise bin ich kurz davor zu weinen. Der Mann ist hammer!
Eine kleine Pause für Milow wird gefüllt durch seinen Gitarristen, Milow erzählt, dass dieser schon immer mal auf deutsch singen wollte… er stimmt an “Ein bisschen Frieden” … die Menge tobt! Danach “99 Luftballons”, alle singen mit! Zu guter Letzt singen alle im Saal “Und am Ende der Straße steht ein Haus am See. Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg.Ich hab 20 Kinder meine Frau ist schön. Alle kommen vorbei ich brauch nie raus zugehen” Fazit: Geil!!!!
Bei “Canada” singt er “I pick up my guitar” dabei umarmt Milow seine Gitarre und drückt sie eng an sich “and play a couple of my old songs… and I think” dann haucht er ein zahrtes “damn” in sein Mikro… und schiebt leise “Maybe next year” hinterher. Wunderbar!!
“Born in die 80ties” spiegelt das gesamte Publikum wieder… da sind nicht nur kleine Girlies, nein, da sind Frauen und Männer, zu denen könnte ich Mama und Papa sagen! Und das ist richtig großartig!! Jeder wippt mit, singt, klatscht… Milow hat es geschafft 1-0 für ihn. Ach, was sag ich 10-0. Aber es setzt auch niemand etwas dagegen, alle lassen mit sich machen, was dieser Künstler mit uns machen will – das ist gut so.
Die heutige Version von “Ayo technology” geht sage und schreibe 7:45 (!!) und beinhalten von schnellen und ganz langsamen Passagen bis zum Discofeeling alles! Das Publikum ist da und der Song ist einfach genial! Immer noch und immer wieder!
Danach eine kurze Pause. Drei, vier vielleicht fünf Minuten, die Menschen toben, klatschen, wollen gar nicht aufhören! Milow dankt es uns und spielt noch 3 Songs.
Der Abend klingt aus wie es schöner nicht sein könnte. Martin & James kommen nochmals auf die Bühne und alle singen gemeinsam. Was? Vielleicht eine Version von “Dreamers n renegades”, ich weiss es nicht genau. Aber es war cool! Dann verabschieden sich die Künster. Keine Zugabe, die Crew baut sofort ab.
Die Groupies habens nicht mit bekommen, ich schon. Deswegen mache ich mich auf zum Nebenraum. Hier kommt Milow nach 10 Minuten gut gelaunt und mit Becks in der Hand, schreibt Autogramme. Ich lasse meine Eintrittskarte verschönern und frage ihn warum er kein Kölsch trinkt, er meint: “They don’t have!” Ich gebe ihm den Tipp dass das hier schon ausgeschenkt wird, ist ja schließlich Köln (Love it or hate it – und so). Er sagt, dass er gleich auf die Suche geht, ich wünsche ihm viel Glück dabei und bedanke mich für diese tollen 90 Minuten.
Milow, you’re so great. Thank you!