… womit hab ich das verdient?

- Mittwoch fährt mir ein Radfahrer in mein Auto.

- Sonntag bleibt der Zug wegen eines Personenunfalls stehen.

- Montag ist der Fussraum beim Beifahrersitz nass.

So jetzt langsam und von vorne.

Mein Auto hatte letzte Woche eine unschöne Begegnung mit einem Radfahrer! Ende vom Lied: Dellen, Schrammen, tiefe Kratzer und ich will es endlich Lackieren lassen, geht aber noch nicht. Danke Deutschland! Erinnere mich dabei an: “Du bist Deutschland” – Nein bin ich nicht! Wenn es nach mir ginge wäre mein Auto schon längst repariert – Versicherung und Gutachten hin oder her, egal! Es wäre wieder schick!Von wegen schick, am Wochenende gabs endlich Sommerreifen (danke Dani) und neue Sitzbezüge. Manch einer würde dieses Auto nun wieder als “Tuner-Karre” betiteln, isset aber nüsch! Bäh!

Zusammenprall überstanden, also kann man an den See fahren. Von dort ging es Sonntag früh mit dem Zug nach Freiburg. Wieso Zug wenn das Auto fährt? Hätte ja sein können man möchte sich unterwegs ne Kleinigkeit gönnen und den Aufsteig begrüßen. Das war auch alles schön und gut, aber wegen einem kleinen Sekt von der Tankstelle mit blau-weissem Logo hatte ich dann doch noch ziemlich lange Theater! Auf dem Rückweg, mit einer erstligareifen Sprinteinlage (Ja so is et in Freiburg), gerade noch den Zug erwischt. Erstmal ankommen und sich über diese Tatsache freuen. Umsteigen. Wenig später rutscht mir mein bekanntes braun-schwarzes Koffeingetränk langsam entgegen. Der Zug bremst. Nein, nicht stark. Ganz langsam. Es folgt eine Durchsage: “Der Zug bleibt aufgrund eines Personenschadens hier stehen, bitte stellen Sie sich auf eine längere Wartezeit ein!” Ein paar Minuten und 3 Ansagen später geht der Zugführer durch die Abteile und fragt ob ein Arzt, o.ä. anwesend ist und mit raus kommt. Na toll! Dann die Frage nach dem: Wo sind wir eigentlich? Die knappe Antwort viel in etwa so aus: Irgendwo im Nirgendwo! Kein Handyempfang – auf dem Display steht nur Notrufe möglich. Haha.Warten, warten, warten. Nach ca. 20 Minuten kommt die Feuerwehr. Nach ca. 40 Minuten kommt ein Rettungsflieger. Wieso das eigentlich? Na klar um gewisse Dinge zu bescheinigen, die sowieso klar sind wenn man mitten in der Pampa vom Zug… na ihr wisst schon. Ich wollte mir das alles gar nicht so genau ausmalen. Dabei denke ich mir wieder, dass ich nicht Deutschland bin. Wie viel wird der Einsatz von dem Rettungsheli kosten? Zwischenzeitlich ist es dunkel geworden und neben meinem Fenster suchen Menschen mit Taschenlampen nach ihren verloren gegangenen Geldbörsen. Bestimmt, was gibt es da auch sonst zu suchen bzw. zu finden. Mir wird ganz anders und auch die Bundeswehr-Jungs, die eigentlich schon in ihrer Kaserne sein sollten, reissen nicht mehr die ganz großen Sprüche.Ein Mann, der mit einer Weste samt Aufschrift “Notfallmanager” bestückt ist, fragt ob jemandem etwas passiert ist. Wobei? Bei der Notbremsung! Da sind gewiss schon 90 Minuten um! “Notfallmanager” – manche sagen dazu auch Mama oder Papa, aber gut der Herr ist Fachmann, oder so was ähnliches. Er muss einfach…… na gut er ist vielleicht nicht ganz in seinem Element und bringt auch nicht die nötige Ruhe, aber eine Person die aufgeregt im Zug herum trampelt hat hier einfach noch gefehlt!! Kurze Aufheiterung, es gibt Getränke. Leckeres Mineralwasser aus der Region! Wenig später kommt die Polizei an und na klar, die gehen durch den Zug und fragen ob jemand verletzt ist. Ich denke mir meinen Teil. Später die Info, dass der Zug “evakuiert” wird. Wieso? Hat hier jemand die Geflügel äh Schweine-Dings-Da?! Es seien Busse unterwegs, in ca. 45 Minuten sollten die da sein! Es gibt Apfelschorle aus der Region. Tatsache! Die oliv-grünen Jungs und noch ein paar andere Fahrgäste dürfen raus und in den Bus. Wir warten weitere 20 Minuten. Dann gehts auch für uns los! Durch den Zug, hinten raus, über eine Holzplatte auf die Wiese. Bus? Hallo Buuus? Buuuuuuuhhhhuuuuus? “Hier lang, bitte” Ah, ok. Da hat jemand nen Plan! Der kurze Fussmarsch fühlt sich an wie eine Wanderung durch das Himalaya. Witze über das was auf dem Boden liegen könnte sind doof und kommen nicht gut an. Da ist eine Ansammlung von Häusern. Ich seh immer noch bein fahrbaren Untsatz für uns. Zurück zu der Frage: Wo sind wir überhaupt? Das Handy hat zwischenzeitlich Empang. Wow. Mir egal ich öffne meine Navi-Software und lasse den Standort suchen. What the f….? Hab ich ja noch nie gehört. Irgendein Dorf zwischen X und Y. Mittlerweile 23 Uhr vorbei. Schön um 22 Uhr sollte ich am See ankommen. Ein Satz mit X! Ein paar Telefonate später ist klar ich werde in Donaueschingen abgeholt. Und sehe da, was lange geht, wird endlich gut. Ein Bus! Ey, ich hab mich seit meiner Schulzeit nicht mehr so sehr gefreut einen leeren Bus zu sehen! Die Stimmung ist langsam aber wirklich raus und auch der Spruch “Da is das Ding” und die passende Bewegung mit dem Pappreplika ist ausgelutscht. Beim Einstieg in den Bus ist zu erkennen, dass Polizei und Feuerwehr langsam aber sicher die Beleuchtung abbauen und sich zurück ziehen. Der Spruch über die Tatsache, dass der Zug in 3 Minuten bestimmt weiterfahren darf, kommt auch nicht so gut. Alles Schweizer hier – aber SC Fans. Eigentlich hatte ich seit 3 Stunden hunger, aber Schlafen geht vor also nur noch heim und gute Nacht!

Montag war Rückreisetag, das Auto fährt, Sommerreifen sehen schick aus. Irgendwann festgestellt dass meine Füsse nass werden. Wieeeeeso? Und neiiiiin, es regnet nicht. Super, woher kommt das Wasser? Ganz tolle Sache. Das liegt an der Raststätte! Hoffenh ääähhhm Kraich… ne darf man das überhaupt sagen? Also da wo das ultimative Stadion steht und der “tollste” Klub der Nation spielt, wohnt und und und (/Ironie aus).  Ein Pack Taschentücher später ist es nur noch feucht und den Heuschnupfen muss man nun irgendwie anders bekämpfen. Tschakka. Wir schaffen das!! Autobahn, Autobahn und noch mehr davon. Köln, Leverkusen und dann endlich DTown. Auspacken, Kaninchen abholen, lieb haben, schlafen.

Warum mein liebes Auto mir das angetan hat und wieso meine Fussmatte triefend nass war kann ich übrigens bis heute nicht sagen. Eigentlich mal wieder so richtig b-l-ö-d-e aber da machste eben nix! Fazit: Was mich nicht umbringt macht mich nur stärker! Apropos nix, das mach ich jetzt auch: nix!